Die Reise nach Jerusalem

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Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Ursula am So Dez 12 2010, 22:08

Das ist der Titel für meine ausführlichen Reiseberichte über Israel. Ich hoffe Ihr werdet Eure Freude daran finden, denn es wird ein Bericht mit vielen Fotos über viele Eindrücke die ich gewonnen habe.
Ich habe viele Fotos in Nahariya aufgenommen, wie es so in den Wohnungen aussieht, wie man im raketensicheren Zimmer bei Beschuss überlebt,wie es in den Strassen zugeht, was für herrliche Pflanzen überall unterwegs am Strassenrand wachsen und wie sauber es ist. Auch dort Mülltrennung und mit kleinen Automaten wo man für die Hinterlassenschaft des Wauzis Tüten ziehen kann, wo jeder wenigstens drei Sprachen spricht, wo unterschiedliche Religionen und Kulturen miteinander friedlich leben.
Wo man dankbar ist, dass es die arabisch/israelischen Busunternehmen gibt, die auch am Sabbat die Bevölkerung von A nach B befördern.
Die jüdisch/ israelischen Companies fahren an diesem Tag nicht und das wird manchmal zum Dilemma, wenn man jemanden im Krankenhaus besuchen möchte.
Auch hier gibt es eine erstklassige Gesundheitsvorsorge. Man muss keine Schekel alle viertel Jahre beim Arztbesuch an Eintritt zahlen und die Leute verdienen sehr gut.
Der Standard ist westeuropäisch und alles was ich bis jetzt über Israel gehört hatte, habe ich völlig anders vorgefunden.
Natürlich kann man das bei einer Pilgerreise nach Jerusalem nicht alles sehen, erkennen und feststellen.
Wir waren in Jerusalem, in Judäa, an der libanesischen Grenze, an der zum Jordan. Ich habe den See Genezareth gesehen, wir haben ihn fast einmal umfahren. Ich habe ein Kibbuz besucht, weil dort in der Nähe Freunde lebten, ich bin durch einen von Drusen bewohnten Ort gefahren, habe in Jerusalem erlebt, dass orthodoxe Juden (die mit den Schläfenlocken) ihre Frauen im hinteren Teil des Busses fahren lassen, während sie, die Männer vorn sitzen. Ich hab gedacht, das gibt es nur im Islam.
Ich habe im Fernsehen erlebt, wie unterschiedliche jüdische, orthodoxe Glaubensgruppen zu 100 000den in Jerusalem demonstriert haben, weil die eine Gruppe - die Aschkenasen ihre Kinder nicht mit denen der Faradim gemeinsam beschulen lassen wollen. Wie die Polizei gegen sie vorgehen musste, wie die normale israelische Bevölkerung - Juden wie Araber darüber nur gemeinsam den Kopf schüttelt.
Ich war in der Knesset und habe in Simultanübersetzung eine Debatte verfolgt.
Und ich bin in Haifa mit der unterirdischen Bahn durch den Carmel- Berg gefahren.
Fotos werde ich erst ab Montag abend einsetzen können, denn sie müssen bearbeitet werden.
Bei meinem Bericht hoffe ich auch auf Fragen von Euch zu den Themen, damit dem Ganzen Leben eingehaucht wird.
Morgen zeige ich dann die ersten Fotos





Ursula

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Re: Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Ursula am Mo Dez 13 2010, 00:56

Donnerstag, der 03. Juni 2010 Vormittags.


Ich hatte so gar keine rechte Vorstellung von dem was mich in Israel erwarten würde. Höchstens, dass man jeden Schritt den man dort macht auf Geschichte trifft, entweder die der religiösen oder die des modernen Israels. Und so wartete ich denn mit Spannung auf das Check In im Flughafen Berlin-Schönefeld was 3 Stunden vor dem Abflug nach Tel Aviv begann.
Schon dieses check In begann anders als bei einer anderen Flugreise.
Die Passagiere wurden im Terminal D bei der Abfertigung getrennt.
In Israelis und Non- Israelis.
Aus der soeben aus Tel Aviv gelandeten Maschine kam das Sicherheitspersonal und ich wurde sehr freundlich in englischer Sprache befragt. Ob ich meinen Koffer allein gepackt hätte, wer noch in der Wohnung zur Zeit des Packens anwesend war und ob der Koffer die ganze Zeit beobachtet im Zimmer stand oder nicht.War ich mit einem privaten Fahrzeug oder mit einem öffentlichen Verkehrsmittel zum Flughafen gekommen. Alle diese Fragen immer mit der Betonung, dass alles im Interesse der Sicherheit der Fluggäste stünde. Mir waren diese Fragen auch nicht unangenehm.
Wer das eine will, muss das andere mögen.
Nach der Befragung kam dann die Taschenkontrolle, danach der Körpercheck und dann wurde das große Gepäck geröntgt.
Danach Passkontrolle und warten im ersten Transitraum. Auch dort wieder Passkontrollen. Die Israelischen Mitreisenden waren mittlerweile wieder zu mir gestoßen und nach einer weiteren Passkontrolle von israelischen Sicherheitsbeamten wurden wir dann in den nächsten Transitraum geleitet. Auch dort fand wieder eine freundliche Befragung aller Passagiere statt. Israelisch oder nicht. Und natürlich eine Passkontrolle.
Es waren nur ganz wenige Reisende mit einem Bundespass unterwegs. Die Majorität hatte den blauen israelischen oder einen russischen Pass in der Hand.
Endlich im Inneren des Flugzeuges hatte man in der Economy-class noch weniger Platz als in anderen Flugzeugen, denn die Aussenwände der Maschine war durch zusätzliche Stahlwände gesichert.
Ein Panzerspähwagen fuhr nun neben dem Flugzeug bis es in Startposition war auf der Rollbahn.
Nach dem Start wurde nochmals vom Bordpersonal erwähnt, dass alle Umstände, die man bis jetzt hatte nur zur eigenen Sicherheit dienten.
Man sollte den ganzen Flug über angeschnallt bleiben.
Ich bekam das erste mal ein koscheres Essen angeboten und musste immer wieder der freundlichen Stewardess gegenüber erwähnen, dass ich leider kein hebräisch verstünde. Ich war mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass ich die einzige Reisende war, die nicht zu den hebräisch sprechenden Menschen gehörte.
Nach vier Stunden Flug landete die Maschine sicher im Airport Tel Aviv. Der Himmel war voller Sand, denn es gab gerade Chamsin, den Wüstenwind und so konnte man nicht viel von der Stadt unter uns sehen. Die anwesenden frommen orthodoxen Juden schickten ein Stossgebet zum Himmel und wir verliessen das Flugzeug.

Ursula

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Re: Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Geisi am Mo Dez 13 2010, 09:02

Danke Ursula , dass Du uns an deiner Reise teilhaben läßt. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht und auf die Fotos.

Geisi

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Re: Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Ursula am Mo Dez 13 2010, 16:36

Endlich aus den engen Sitzen heraus und etwas laufen denke ich. Nein, nun geht es über mehrere sehr lange Förderbänder zur Passkontrolle.Wer körperhindert oder schlecht zu Fuß ist, wird mit einem 2 sitzigen motorisierten Krankenfahrzeug zur Kontrolle gefahren.
Nun bekomme ich einen Stempel in den Pass, der besagt, dass ich in Israel bin und mit diesem Stempel zwar in befreundete arabische Staaten aber nie nach Syrien oder den Libanon reisen könnte.
Keine weiteren Kontrollen und nun gehts an die Gepäckausgabe.
Eine Leuchtanzeige gibt bekannt, dass in 10 Minuten die Entladung des Flugzeuges beginnt.
Wir warten geduldig. Da kommen die Koffer und Taschen schon früher als erwartet und ich begebe mich in Richtung Ausgang.
Da sehe ich in der Mitte einer riesigen Halle einen Springbrunnen mit kleinen Kaffeehaustischchen herum. Und darum ein Duty free shop am anderen im Rundbau.
Ich habe keine Zeit und mein Blick schweift weiter.
Da steht er, der Ruven, groß und gutaussehend im lindgrünen Oberhemd wie ausgemacht.
Nun geht es nach einer kurzen Umarmung eine Etage tiefer auf den Bahnhof, wo uns der Zug in 2 Stunden nach Nahariya bringen soll.

http://en.wikipedia.org/wiki/Ben_Gurion_International_Airport#Terminal_3




Ursula

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Re: Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Ursula am Mo Dez 13 2010, 16:38

Von Ägypten war ich ja einiges an Militäraufkommen gewohnt. Aber was ich nun sah, schlug alle meine Erwartungen.Viele, viele junge Soldatinnen und Soldaten schon auf dem Bahnhof, wobei die Frauen eher in der Überzahl waren. Ruven erklärte mir, dass sie entweder auf dem Weg nach Hause oder zu ihrer Einheit unterwegs waren.
Einige mit MP und andere ohne.
Man konnte hier die Waffe mit nach hause nehmen.
Ein komisches, ungewohntes Gefühl. Passierte da nichts? Nein, wurde mir erklärt.
Während wir alle so auf den Zug warteten, ließ ich so meine Augen über den Bahnhof und die Menschen schweifen.
Keine Papierschnitzel lagen herum, keine Bänke und Automaten und Pfeiler waren beschmiert, niemand mißachtete das RAUCHEN VERBOTEN Schild, niemand saß betrunken oder mit einer Bierflasche in der Ecke und die jungen Leute unterhielten sich fröhlich miteinander und trotzdem benahmen sie sich diszipliniert und rücksichtsvoll den anderen gegenüber.
Fast alle hatten aber auch ein Handy am Ohr und es klingelte ununterbrochen.
Hier war die totale Telefonitis ausgebrochen.

Endlich fuhr die Bahn ein.
Kein Scratching an den Scheiben und kein Graffity irgendwo zu entdecken.
In der Bahn alles sauber, an jedem Sitzplatz hing eine kleine Plastictüte für Müll und nun setzten sich die jungen Leute in Uniform mit ihren Rucksäcken auf die Plätze und die Waffe wurde zur Seite gelegt und hervorgezogen wurde der Laptop. Schnell verkabelt mit der Steckdose über den Köpfen, natürlich war der Zug klimatisiert und so merkte man nichts von der Wärme draussen.
Zwischendurch kam immer wieder mal ein Kontrolleur vorbei, der auf die Gemeinde blickte. Ich weiß nicht was er so zu kontrollieren hatte, Fahrscheine jedenfalls nicht.
Bahnhof für Bahnhof wurde es leerer und leerer. Auch der Soldat der uns gegenüber saß, mit der MP auf dem Schoß und dem Lolli im Mund stieg irgendwann aus und zwei Stunden später waren wir endlich in Nahariya Endstation und verließen den Zug.
Nun nur noch einmal durch eine Sperre mit der großen Reisetasche und ich hoffte, es war die letzte Barriere an diesem Tag. Mittlerweile war es gegen 19.00 Uhr Ortszeit und Ruven stellte mich gleich auf ein Probe.
Er hatte mir ja ausführlich zuvor per email mitgeteilt, wie ich denn im Notfall allein zu seiner Wohnung in seine Straße finden würde.
Aber da war ich denn momentan doch ein bißchen überfordert. Ganz viele Eindrücke stürzten auf mich ein und ich fand einfach alles nur bunt.

Ursula

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Re: Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Lixy am Mo Dez 13 2010, 17:29

Ursula rose Du hast eine sehr ansprechende Art und Weise zu schreiben, ich sehe die Dinge und Situationen regelrecht vor mir! daumen hoch

Ich bin schon gespannt, wie es weiter geht und freue mich darauf. lächel


Lixy

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Re: Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Ruven am Mo Dez 13 2010, 17:32

Ich weiss nicht, ob Ihr das auch seht. Ueber dem Bericht ist eine Reklame fuer Israelreisen, und eine Einladung sich zum Islam bekehren zu lassen. Very Happy

Ruven

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Re: Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Lixy am Mo Dez 13 2010, 17:42

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Die Reklame sehe ich Very Happy

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Re: Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Geisi am Mo Dez 13 2010, 19:10

Diese Reklame sehe ich auch. Das ist ja richtig passend zu diesem Thema

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Re: Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Ursula am Mo Dez 13 2010, 19:11

Vielleicht wechselt das immer?

Ursula

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Re: Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Ursula am Mo Dez 13 2010, 19:13

3. Juni 2010


In Nahariya angekommen, fiel mir sofort das leicht orientalische Flair auf, was die Geschäfte betraf.
Dazu die europäisch gekleideten Menschen. Keine verschleierten und Kopftuch tragenden jungen Araberinnen. Man kann sie von den Jüdinnen kaum unterscheiden. Alle sind modern angezogen.
Aufgefallen ist mir die Sauberkeit der Strassen. Autos fahren langsam an die Zebrastreifen heran und halten automatisch sofern sie Fußgänger am Strassenrand erblicken.
Kein lautes Gehupe und alle sind sehr umsichtig und diszipliniert.
Nach kurzem Weg erreichten wir das Haus in Ruvens Strasse.
Eine ruhige Strasse mit wunderschöner Bepflanzung und hier kommen die ersten Fotos.

Es sind Aufnahmen von Ruvens Balkon zum Gegenüber. Wie Ihr auf den Dächern sehen könnt, bekommt man hier warmes Wasser über Sonnenkollektoren. Die moderneren Häuser haben eine zentrale Klimaversorgung. In den älteren Häusern wurden die Wohnungen nachgerüstet.

Und dann noch die Fotos, die das Schutzzimmer zeigen. Die dicken Stahlwände und Fensterläden sowie die Filterung für einen eventuellen Gasangriff.
Bei Alarm durch Sirenen begibt man sich in diesen Raum bis der Alarm wieder aufgehoben wird.
Alle israelischen Häuser verfügen über diese Schutzräume. Die der Juden und die der Araber. In älteren Häusern befinden sich auch Schutzräume für die ganze Mieterschaft. Und es gibt unterirdische Bunkeranlagen für Menschen, die gerade unterwegs sind, falls ein Angriff droht. Nahariya befindet sich 7 Kilometer von der libanesischen Grenze entfernt. Man lebt hier mit der ständigen Bedrohung.
Die Menschen allerdings leben hier friedlich miteinander. Die Juden und die Araber. Man hat seinen arabischen Apotheker, seinen arabischen Arzt und den Lebensmittelmarkt an der Ecke. Eine libanesische Familie wohnt über Ruven und die Frau freute sich sehr als ich ihr mal ein heruntergefallenes Wäschestück nach oben gebracht hatte und mit ihr ein paar Worte arabisch sprach. Ansonsten sprechen sie natürlich auch hebräisch. Das Miteinander ist hier so spannend und interessant, dass ich noch des Öfteren darauf zurückkommen werde.


Ursula

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Re: Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Ursula am Mo Dez 13 2010, 19:25



Blick von Ruvens riesigem Balkon auf das gegenüber liegende Haus







Auf den letzten drei Fotos habe ich mal den Sicherheitsraum auf die Linse gebannt. Da seht Ihr wie dick diese Stahlfensterläden sind und auch die Wandstärke dieses Raumes. Oben so ziemlich unter der Decke des Schutzraumes befindet sich der Filter, der bei einem Gasangriff geschlossen wird.

Ursula

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Re: Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Ruven am Mo Dez 13 2010, 20:28

Durch die Beobachtungsgabe Ursulas wurden wir Alteingesessenen auf Dinge aufmerksam gemacht, die wir ueberhaupt nicht beachtet hatten. Als sie erwaehnte wie sauber und gepflegt alles sei, schaute ich sie erstaunt an: Wie kam sie auf diese Idee? Dann schaute ich mich um und bemerkte, das sie recht hatte. Ich heiratete nach Naharija 1962, als es eine kleine, nette aber sehr einfache Stadt war. Langsam entwickelte sie sich unter dem Buergermeister, der sie ungefaehr seit ueber 25 Jahren regiert. Ich merke jetzt, dass wir uns ueberhaupt nicht mehr umschauten. Wir bemerkten zwar, dass staendig neues gebaut wurde aber wir zogen vor ueber den Buergermeister, der alles weiss wollte, zu meckern.
Ich machte Freunde darauf aufmerksam und die schauten mich erst einmal skeptisch an, doch dann begannen auch sie sich umzusehen und waren ueberrascht. Dasselbe bemerkten wir spaeter in anderen Gegenden und Staedten. Aber darueber wird Ursula noch berichten.

Ruven

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Re: Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Ursula am Di Dez 14 2010, 15:35


4.Juni 2010
Von der Wohnung aus sind wir am nächsten Morgen in die 3 Minuten Fußweg entfernte Hauptstrasse gelaufen.
Ich brauchte dringend einen Sonnenhut, sowie einen Sonnenaufstecker für meine Brille. Zuvor hatte mir Ruven Taschengeld in israelischer Währung ausgezahlt.
Er war für die Zeit meines Urlaubs mein Finanzminister und ich kam mit seinem Umtauschsystem besser zurecht als mit dem offiziellen Wechselkurs der Bank.
Auch wurden gleich ein paar Lebensmittel für den heutigen Tag eingekauft. Die ganze Zeit habe ich überlegt, was ich wohl alles an vegetarischen Zutaten finden werde für die nächsten vier Wochen. Aber es ging prima.
Ein Gang in einen riesigen Drogeriemarkt zeigte mir aber sofort meine Grenzen.

Das Angenehme an Israel: Man fällt als Ausländer nicht auf. Man wird immer in hebräischer Sprache angesprochen, da alle Menschen von irgendwoher kommen.
Aber von Ägypten gewohnt, dass jeder Artikel zweisprachig bedruckt angeboten wurde (arabisch,englisch)so war hier alles in hebräisch beschrieben.
Die Creme die ich brauchte erstanden wir dann in der Apotheke, die einem Araber gehörte. Mit dem hätte ich mich dann zwar unterhalten. Allerdings nicht im mir vertrauten ägyptischen arabisch.

Ruven kaufte noch die Jerusalem Post (englisch) für seinen Freund Moshe am Zeitungskiosk , der am anderen Ende Nahariyas wohnte und den wir am Abend aufsuchen wollten.Er hat nur ein Bein und sitzt in einem Rollstuhl und jedes Wochenende fährt Ruven zu ihm hin auf ein Pläuschchen.


Nach der Mittagsruhe machten wir uns auf den Weg
Mit dem Bus fuhren wir nun zu Moshe mit der Jerusalem-Post. Auch die Busse sehen sehr gepflegt aus. Es gibt eine Anschnallpflicht.
Unterwegs fielen mir sofort die wunderschön angelegten Blumenrabatten auf den Mittel- und Seitenstreifen auf. Alles wird durch Schläuche tropfenweise so beregnet, dass nichts eingehen kann.
Viele Bäume, hauptsächlich Palmen, Pinien, riesige Gummibäume und Sträucher mit bunten Blüten, wie Hibiscus und Bougainvilla, Kakteen und anderes. Überall Bänke zum Ausruhen für die älteren Menschen. Alles ist weiß angestrichen. Ob Laternenmasten oder die Bordsteinbegrenzungen. Auch wer schlecht sieht, findet immer die Bordsteinkante. Für Rollstuhlfahrer gibt es abgesenkte Bürgersteige immer zwischendurch.
Eingezäunte Spielplätze, damit die Kinder nicht auf die Strasse rennen können, die nachtsüber abgeschlossen werden und sehr gut gepflegt aussehen.
Die ganze Stadt macht einen sehr freundlichen Eindruck.
Die Freunde Ruvens haben mich sehr herzlich aufgenommen.
Sprachlich war es total lustig.
Denn die Gespräche liefen zwischen Ruven und seinem Freund in englisch, denn der Freund war Polizist in Chicago bevor er nach Israel kam. Die Frau spricht hebräisch und auch etwas arabisch. Und natürlich persisch, denn sie kommt aus dem Iran.
Nach Tee und Keksen brachen wir auf und gingen essen. Ein riesiges mediterranes Sandwich mit Thunfisch habe ich gegessen.
Und wieder sind mir die freundlichen Menschen aufgefallen.
Nach einer weiteren Ruhepause haben wir noch einen Spaziergang am Meer gemacht. Die Israelis sind Tierfreunde.
Viele Leute gingen mit ihren Hunden spazieren. An Leine und mit Hundemarke. Es sind Hunde, die ich noch nie woanders gesehen habe.
Dann gibt es jede Menge Möpse.
Morgen gibt es wieder Fotos.
Dann fahren wir nämlich nach Haifa.


Ursula

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Re: Die Reise nach Jerusalem

Beitrag  Ruven am Di Dez 14 2010, 17:45

Wir unternahem an diesem ersten Tag nicht viel, denn Ursula war noch von der Reise erschoepft, vor allem da sie zuvor eine schlaflose Nacht verbracht hatte. Wer nach Israel fliegen will, wird gebeten sich drei Stunden vor Abflug auf dem Flugplatz einzufinden. Dazu kommt die Bahnfahrt zum Flugplatz und das Reisefieber.
Bei meinen Freund Mosche kam ich waehrend der Unterhaltung vollkommen durcheinander: Ich uebersetzte Ursula was die Frau gesagt hatte ins Hebraeische und redete Mosche auf Deutsch an. Immer wenn jemand grinste, merkte ich, dass was nicht stimmte.

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